
Auf einen Blick
1 - Wachstum und Kundennähe erfolgreich verbinden
2 - Digitalisierung schafft Effizienz und Transparenz
3 - Standards und Flexibilität in Einklang bringen
4 - Wachstum ist auch eine Führungsaufgabe
5 - Automatisierung schafft Freiräume
6 - Einordnung Bold Moves
Wachstum gestalten: Strukturen, Digitalisierung und Kundennähe
Marcel Frick, Co-CEO der Privera AG, über Wachstum, Digitalisierung und die Frage, wie ein schweizweit tätiger Immobiliendienstleister trotz zunehmender Komplexität nah an Kunden und Mitarbeitenden bleibt.
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Auf einen Blick
Wachstum und Kundennähe erfolgreich verbinden
Digitalisierung schafft Effizienz und Transparenz
Standards und Flexibilität in Einklang bringen
Wachstum ist auch eine Führungsaufgabe
Automatisierung schafft Freiräume
Einordnung Bold Moves
Wachstum und Kundennähe erfolgreich verbinden
Privera ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, sowohl organisch durch neue und bestehende Mandate als auch durch die Integration der Geschäftstätigkeiten der VERIT Immobilien AG. Heute ist das Unternehmen mit 15 Niederlassungen in allen Regionen der Schweiz vertreten und kann neue Mandate in die bestehenden Strukturen integrieren.
Für Marcel Frick zeigt sich erfolgreiches Wachstum jedoch nicht allein in zusätzlichen Mandaten oder neuen Standorten:
«Entscheidend ist, dass Wachstum nicht zulasten von Qualität, Kundennähe oder Verlässlichkeit geht.»
Ein wichtiger Faktor dafür sind klare Zuständigkeiten und verlässliche Ansprechpersonen. Bei Privatkunden pflegen die zuständigen Bewirtschaftungsfachkräfte den direkten Kontakt zu den Eigentümern. Grössere Kunden werden über das Key Account Management betreut, ergänzt durch den regelmässigen Austausch mit Mitgliedern der Geschäftsleitung. Ein quartalsweiser Kundennewsletter stellt zusätzlich sicher, dass Kunden regelmässig über Neuigkeiten und Entwicklungen bei Privera informiert werden.
Für Privera bedeutet Wachstum deshalb, die Organisation gezielt weiterzuentwickeln und gleichzeitig das zu bewahren, was für einen Dienstleister entscheidend ist: Qualität, Verlässlichkeit und die Nähe zum Kunden.
Digitalisierung schafft Effizienz und Transparenz
Privera treibt die Digitalisierung bereits seit rund zehn Jahren voran. Daten und Dokumente stehen heute digital zur Verfügung, das Portfolio wurde vollständig auf Garaio REM migriert. Mit der zunehmenden Automatisierung von Prozessen und dem Einsatz von KI folgt nun der nächste Entwicklungsschritt.
Digitale Portale, Self-Services und teilweise automatisierte Kommunikation verändern bereits heute die Interaktion mit Mietenden und Eigentümerschaften. Gleichzeitig werden standardisierbare Prozesse im operativen Betrieb zunehmend automatisiert.
Ein aktuelles Beispiel ist BiG OS (ein digitales Ökosystem der Unternehmen Beyonity, imofix.io sowie GARAIO REM, welches Vermarktung, Bewirtschaftung und Service miteinander verbindet): Privera ist Teil des Gestaltungsrats und stellt derzeit ein erstes Pilotportfolio mit 13 beteiligten Kunden auf die neue Plattform um. Mietende, Eigentümerschaften, Bewirtschaftung und Dienstleister sollen dort digital zusammenarbeiten können.
«Das schafft nicht nur Effizienzgewinne, sondern vor allem auch mehr Transparenz, Konsistenz und Servicegeschwindigkeit im täglichen Betrieb.»
Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass sich nicht jeder Fall standardisieren lässt. Gerade in der Immobilienbewirtschaftung gibt es zahlreiche Spezialfälle im Umgang mit Mietenden. Wo Empathie, Kulanz oder Fingerspitzengefühl und halt eben “gesunder Menschenverstand” gefragt sind, bleiben digitale Lösungen für Marcel ein Hilfsmittel und der Mensch entscheidend.
Standards und Flexibilität in Einklang bringen
Je grösser eine Organisation wird, desto wichtiger werden klare Prozesse und Verantwortlichkeiten. Gleichzeitig sollen diese bei Privera nicht zu unnötiger Bürokratie führen.
Der Anspruch ist Themen pragmatisch und verbindlich zu lösen, Entscheidungen im vereinbarten Rahmen zu treffen und Aufgaben konsequent bis zum Abschluss zu begleiten.
Dabei braucht es die richtige Balance:
«Wir brauchen dort einheitliche Standards, wo sie Qualität und Effizienz erhöhen. Wo es die konkrete Kunden- oder Objektsituation erfordert, muss aber auch Raum für eine passende individuelle Lösung bleiben.»
Standardisierung soll damit dort Orientierung schaffen, wo Einheitlichkeit einen Mehrwert bringt.
Wachstum ist auch eine Führungsaufgabe
Mit der Grösse einer Organisation steigt für Marcel auch die Bedeutung guter Führung. Gerade angesichts des Fachkräftemangels und der hohen Fluktuation in der Branche sieht er den direkten Vorgesetzten als wichtigen Faktor für Mitarbeiterzufriedenheit und Leistung.
Privera setzt deshalb insbesondere auf zwei Themen: Kommunikation und Führungskräfteentwicklung.
Mitarbeitende sollen unabhängig vom Standort wissen, was im Unternehmen passiert und wohin es sich entwickelt. Gleichzeitig investiert Privera gezielt in die Entwicklung von Mitarbeitenden und Führungskräften, unter anderem in Kommunikation, Konfliktmanagement und Entscheidungsstärke.
«Die Mitarbeiterin in Sion soll übergeordnet den gleichen Kenntnisstand haben wie der Mitarbeiter in St. Gallen.»
Gerade in einer schweizweit aufgestellten Organisation wird gemeinsame Orientierung damit zu einer wichtigen Voraussetzung für Zusammenarbeit.
Automatisierung schafft Freiräume
Für Marcel Frick liegt ein zentraler Fokus der kommenden Jahre darauf, das Potenzial von KI und Automatisierung im operativen Alltag gezielt einzusetzen.
Wenn es gelingt, Standardprozesse weiter zu automatisieren, können Mitarbeitende mehr Zeit für jene Aufgaben gewinnen, bei denen ihre Erfahrung und ihr Fachwissen besonders gefragt sind. Darin sieht Marcel gleichzeitig eine Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Zufriedenheit von Mietenden und Kunden weiter zu erhöhen.
«Es würde mich freuen, wenn KI effektiv den erhofften Impact hat und es uns gelingt, Standardprozesse weitergehend zu automatisieren, sodass sich die Mitarbeitenden vermehrt auf die anspruchsvollen und spannenden Aufgaben konzentrieren können.»
Über die Digitalisierung hinaus wünscht sich Marcel für die Immobilienbranche vorallem auf politischer Ebene mehr Konsens hinsichtlich sinvollen Rahmenbedingungen für Bau und Entwicklung, insbesondere mit Blick auf regulatorische Anforderungen, Einsprachen und steigende Baukosten.
Einordnung Bold Moves
Das Gespräch mit Marcel Frick zeigt: Erfolgreiches Wachstum bedeutet, Organisation, Prozesse und Führung gemeinsam weiterzuentwickeln. Digitalisierung und Automatisierung können dabei standardisierbare Abläufe effizienter und verlässlicher gestalten. Gleichzeitig bleiben Kundennähe, individuelle Lösungen und menschliche Entscheidungen zentral.
Genau darin sehen auch wir bei Bold Moves einen zentralen Punkt der Organisationsentwicklung: Wachstum bringt neue Anforderungen an Strukturen und Prozesse mit sich. Entscheidend sind Lösungen, die Orientierung schaffen und gleichzeitig genügend Flexibilität für Kunden, Mitarbeitende und das operative Geschäft ermöglichen. Digitalisierung, Automatisierung und KI können dabei gezielt unterstützen sofern sie sinnvoll in Prozesse eingebettet sind und im Arbeitsalltag einen spürbaren Mehrwert schaffen.
In diesem Spannungsfeld begleiten wir von Bold Moves Organisationen: von der Weiterentwicklung von Strukturen und Prozessen bis zur erfolgreichen Umsetzung im Arbeitsalltag.
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